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Evangelische Kirchengemeinde Essen-Kray
essen-kray@ekir.de
Internetbeauftragter:
Lothar Albrecht
lalb@gmx.de

 

Aufbau eines Jugendhauses in Dubica

Konto für Spenden:
Ev. Kirchengemeinde Essen-Kray
Konto 522 2400 246
bei KD-Bank eG Dortmund
BLZ 350 601 90
Verwendungszweck:
“Jugendhaus Dubica”

Diese Gruppe hatte am neuen Jugendhaus kräftig Hand angelegt.
Von links: Sarah, Charlotte, Luci, Gesa, Thomas, Christina, Cima und (kniend) Mevlida, Tobias und Gregor.
Foto: Doris Straßburger

Omladinski Centar Una

Es begann recht früh am Montag, dem 6. April vor dem Jugendhaus in der Leither Straße 38. Um 6:30 Uhr fuhren sieben müde aber aufgeregte junge Menschen und ich mit einem Kleinbus in Richtung Dubica los. Rund 15 Stunden Fahrt lagen vor uns, also genug Zeit, sich auf das kommende Abenteuer einzustellen. Unterwegs trafen wir Doris Straßburger mit einer kleinen Gruppe, die aus Berlin in Richtung Dubica unterwegs waren. Ab Österreich fuhren wir dann zusammen und nahmen so jede Grenze ohne größeren Aufenthalt. Von Österreich nach Slowenien, von Slowenien nach Kroatien und von Kroatien nach Bosnien und dann, direkt hinter der Grenze rechts, war Dubica erreicht. Gegen 22:30 Uhr saßen wir zusammen mit einem kleineren Begrüßungskreis aus Dubica bei Pizzen und Salaten und konnten auf das erste bestandene Abenteuer zurückblicken.

Aber die Hauptaufgabe lag ja noch vor uns: ein Jugendhaus für Dubica sollte mit unserer Hilfe Gestalt annehmen. Zusammen mit den Jugendlichen vor Ort haben wir am nächsten Tag damit begonnen, das Haus zu entrümpeln. Die Stadt Dubica hat für die Jugendlichen das Haus für zehn Jahre mietkostenfrei zur Verfügung gestellt. Das Haus ist ein Zweifamilienhaus mit gleicher Aufteilung im Erdgeschoss und in der ersten Etage. Einige Umbaukosten werden von der Stadt getragen. Zum Beispiel war es notwendig, ein neues Dach zu decken, damit es nicht in das Haus regnet. Andere Dinge wurden von uns einfach entfernt: Toiletten, Waschbecken, Badewannen, alte Rohrleitungen, Mauerstücke und viel Grünzeug aus dem Vorgarten. Viele Anhänger wurden mit Bauschutt und anderen Dingen gefüllt und konnten abtransportiert werden. Ein alter, aufgequollener Parkettboden hatte aber noch eine besondere Aufgabe vor sich, er wurde zusammen mit anderem Material für unser Osterfeuer genutzt. Da in Dubica viele Muslime und auch serbisch orthodoxe Christen leben, haben wir die Chance genutzt, am Karfreitag (in orthodoxen Ländern findet Ostern eine Woche später statt) am Mittagsgebet in der Moschee teilzunehmen. Am Samstagabend haben wir dann Sorgen und Last zusammen mit besagtem Parkett aus dem Jugendhaus ins Osterfeuer geworfen. Mit bosnischen Jugendlichen zusammen haben wir dann auch gegrillt und gegessen.

Am Sonntagmorgen begann der Tag mit unserer Teilnahme an einem orthodoxen Gottesdienst in einem alten Kloster in der Nähe. Sehr ungewohnt für alle war die Tatsache, dass alle für die Dauer des Gottesdienstes stehen – eineinhalb Stunden lang. Den Rest des Sonntags besuchten wir eine Kriegsgedenkstätte im Kosaragebirge und ein ehemaliges KZ einige Kilometer von Dubica entfernt. Die Geschichte eines Landes kennen zu lernen heißt auch in der heutigen Zeit Verantwortung zu übernehmen. Es gab viele Gespräche zu diesem Thema in unserer Gruppe. Am Montag stand ein Tagesausflug nach Banja Luka auf dem Programm. Beim Einkaufsbummel wurde die Altstadt "unsicher gemacht", viele junge Menschen leben hier, da Banja Luka auch Universitätsstadt ist.

In der zweiten Woche wurde ein aufbauender Charakter in der Arbeit deutlich. Fenster wurden neu verglast und sie wurden gestrichen. Die Idee, für notwendige Toiletten das ehemalige Familienbadezimmer umzubauen, bekam Formen. Gegen Ende der Zeit war ein Raum komplett neu gestrichen und im Garten war ein kleiner Lorbeerbaum frisch eingepflanzt.

Viele Gespräche ergeben auch viele Eindrücke und neue Kontakte. Die bosnischen und deutschen Jugendlichen sind weiterhin in Verbindung  mittels email oder sms.

Nach einer Rückfahrt von wieder 15 Stunden sind wir alle müde, aber gesund und zufrieden am 17. April in Essen-Kray angekommen. Der Beginn für ein Jugendhaus in Dubica ist von uns gesetzt worden. Der Austausch und der Kontakt mit den Jugendlichen soll mit einer Rückbegegnung im kommenden Frühjahr weitergeführt werden. Zusammen bereiten wir die Rückbegegnung vor und überlegen uns, wie das finanziert werden kann. Interessierte Jugendliche und junge Erwachsene sind herzlich eingeladen, hierbei mit uns zusammen zu arbeiten. Da auch dieses Projekt finanziert werden will, sind wir für jede Spende dankbar. Für weitere Fragen und Informationen stehe ich gern zur Verfügung (Telefon 0201/5457867 Jugendhaus Gecko & Mobil).

Durch die Stadt Dubica fließt der Fluss Una. Wasser bedeutet Leben und Bewegung. So ist der Name des Jugendzentrums in Dubica Una, in der Überschrift also Omladinski Centar Una. Wenn das Jugendzentrum Una in Dubica im August dieses Jahres eröffnet wird, werden wir gerne dabei sein und die begonnenen Freundschaften weiter vertiefen.

Thomas Lange